Das Taschenmesser
Taschenmesser, die regional auch als Sackmesser oder Klappmesser bezeichnet werden, sind dadurch gekennzeichnet, dass ihre Klinge einklappbar ist, um einen gefahrlosen Transport in der Hosentasche zu gewährleisten. Diese Messer haben eine sehr lange Tradition, denn sie lassen sich bereits im 6. Jahrhundert nachweisen. Man(n) trug das Messer stets bei sich, denn es stellte sowohl Werkzeug, als auch Teil des Essbesteckes dar. Heute teilt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Taschenmesserhersteller mit den verschiedensten Messerarten den Markt.
Die wohl bekanntesten Firmen sind dabei die Schweizer Hersteller Victorinox und Wenger, die sich mit dem Schweizer Taschenmesser einen Namen auf dem Markt gemacht haben. Diese Messer, deren Tradition bis Ende des 19. Jahrhunderts als Schweizer Armeemesser oder Schweizer Offiziersmesser reicht, sind noch heute an ihren charakteristischen roten Griffschalen mit dem Schweizer Kreuz zu erkennen, während die Ausführung für die Armee Griffschalen aus geriffeltem Aluminium besitzt. Hervorgegangen aus der Idee, das Armeegewehr zerlegen zu können und damit auch Dosen zu öffnen, verfügten die ersten Schweizer Messer neben der üblichen Klinge, über Ahle, Dosenöffner und Schraubendreher. Heutige Taschenmesser der Schweizer Hersteller beinhalten die verschiedensten Tools, wie Pinzette, Schere, Zahnstocher oder Kreuzschraubendreher. Je nach Zielgruppe kommen unterschiedliche weitere Werkzeuge, wie Fischentschupper für Angler oder Rasenheber für Golfer hinzu.
Auch verschiedene französische Firmen haben einen sehr guten Ruf als Hersteller für hochwertige Taschenmesser. So liefert beispielsweise Opinel, ein Familienbetrieb aus Chambéry jährlich vier bis fünf Millionen hochwertiger Klappmesser mit der gekrönten Hand als Markenzeichen. Diese sehr einfach gehaltenen, aber robusten Taschen-Messer werden in elf Größen von 3,5 bis 22 cm Klingenlänge gefertigt und gelten als Gegenstand der französischen Alltagskultur. Die Griffschalen bestehen traditionell aus Buchenholz und die Klinge aus Stahl mit hohem Kohlenstoffanteil, was sie recht anfällig für Rost macht. Man sollte sie also regelmäßig abwischen und evtl. leicht fetten. Eindrehbarer Sicherungsring verhindert das unbeabsichtigte Zusammenklappen. Da sie einfach in der Konstruktion und recht preiswert in der Anschaffung sind, werden sie gern verwendet, um sie individuell zu verzieren und als persönliches Geschenk zu offerieren. In Deutschland sind diese Messer mittlerweile bei Outdoorfreunden sehr beliebt.
Ein weiteres traditionelles Taschenmesser aus Frankreich, ebenfalls seit dem 19. Jh. Hergestellt wird, ist das Laguiole Messer. Diese Messer sind sehr beliebte Objekte für Sammler. Die Klingen bestehen aus handgeschmiedetem Schwedenstahl oder auch aus Damaststahl und werden meist aufwändig von Hand geschliffen. Für die Griffschalen nutzt man Edelhölzer, Elfenbein, Horn oder andere hochwertige Materialien, die traditionell mit Intarsien in Form eines Kreuzes versehen sind. Diese Taschenmesser besitzen einen Federmechanismus zum Klappen, einen Korkenzieher und sind mit einer charakteristischen Biene als Zierde versehen.
Weitere Formen von Taschenmessern sind sogenannte Lockback Taschenmesser (auch als Backlock bekannt), die zum Einklappen mit einem Knopf im Griff entriegelt werden müssen, und die ebenfalls unter Outdoorfreunden recht verbreitet sind.
Natürlich sind auch in Deutschland, besonders in Solingen, einige Firmen ansässig, die sich der Fertigung und dem Vertrieb hochwertiger Taschenmesser verschrieben haben. So bietet der Großhändler C.Jul. Herbertz Einhandmesser neben sogenannten Skelettmessern, eine Reihe weiterer Taschenmesser, wie auch die Messermanufaktur Böker in Solingen, die eine Reihe günstiger Taschenmesser mit ergonomisch geformten Griffen und unterschiedlichen Features vertreibt.
Bildquelle: http://www.scheren-messerschleiferei.de/
Weiter Infos: http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Messer
Victorinox: http://www.victorinox.com/ch
